Buchhandels- und Verlagspreis 2011

Kulturquelle Buchhandel: Lünebuch aus Lüneburg erhält den Buchhandelspreis des Landes Niedersachsen

Nieders. BH- & Verlagspreis 2011

Minister Wanka hebt hervor, dass Niedersachsen das einzige Bundesland ist, das einen Buchhandelspreis auslobt. Die Qualität der Buchhandlung ist hervorragend, die Übertragung auf die nächste Generation gelungen. Einen Buchhandlung ist eben nicht nur ein Wirtschaftbetreib, sondern darüber hinaus eine Kulturquelle. Im Gespräch stellten der alte und der neue Inhaber Hans-Henning Orthey und sein Sohn Jan Orthey dar, in welcher Weise sie den Service betreiben: Die Mitarbeiter sind eng eingebunden in das Konzept Buch.

Die Ministerin überreichte am 16. November in Hannover die Preise. „Beide Preisträger vereinen in ihrem Metier langjährige Tradition sowie ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz. Eigentümer der Buchhandlung und Herausgeber der Zeitschrift engagieren sich zudem vorbildlich in Sachen Kultur und darüber hinaus, was zahlreiche Würdigungen deutlich machen“, sagte Wanka.

Die hohe Qualität in der Führung und der Ausbildung des Unternehmens sowie der organische Betriebsübergang in die nächste Generation hat die Jury davon überzeugt, „Lünebuch“ für denPreis vorzuschlagen. Neben dem Siegel „ Prädikatsbuchhandlung – Partner für Leseförderung“ des Börsenvereins Niedersachsen-Bremen, das sie bereits zweimal erhielt, ist sie die erste Buchhandlung, die in Lüneburg die Auszeichnung „Generationenfreundliches Einkaufen“ erhielt. Eine Zertifizierung „ServiceQualität Deutschland“ ist bereits 2009 an das Familienunternehmen vergeben worden.

Die Buchhandlung besteche durch ihr Engagement in der Literatur- und Leseförderung, begründeten die Juroren. So wird neben einer lokalen Buchmesse mit der Ratsbücherei der Kinder- und Jugendliteratur viel Raum eingeräumt sowie ein eigenes Krimifestival regelmäßig im Herbst organisiert. Die 1974 gegründete Buchhandlung im Zentrum Lüneburgs wird seit 2010 von dem Verlagskaufmann Jan Orthey geführt. Dessen Vater, Hans-Henning Orthey, hatte das mittelständische Unternehmen vor 16 Jahren gekauft und gefestigt. Dort werden auch stetig junge Menschen auf hohem Niveau ausgebildet, die bereits mehrfach zu den „Besten Auszubildenden des Jahres“ zählten.

Der niedersächsische Verlagspreis 2011, der auch an ausgezeichnete Publikationen vergeben werden kann, geht an die Zeitschrift „die horen“. Sie zählt mit Johann Tammen, der diese Arbeit seit 1994 als Herausgeber vorantreibt, zu den wichtigsten deutschsprachigen Literaturzeitschriften. Die 1955 von Kurt Morawietz gegründete Publikation wird vom NW Wirtschaftsverlag verlegt. „die horen“ wird außerdem seit Jahren vom Land Niedersachsen aus Literaturfördermitteln unterstützt. „Wenn es gelingt, wie im Falle der Literaturzeitschrift „die horen“, die in Kontinuität mit wahrlich akribischer Suche nach dem Besonderen auch noch die letzte Ecke literarischen Treibens ausleuchtet, so kann man gewiss ohne Übertreibung von einem Jahrhundertwerk sprechen“, so das Urteil der Niedersächsischen Literaturkommission. Im Autorenregister finden sich deshalb neben den wichtigsten deutschsprachigen Autoren auch international bedeutende Vertreter. „die horen“ wurden außerdem bereits zweimal mit dem Alfred Kerr Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Der Jury zur Auswahl der Buchhandlung des Jahres gehören an:
Angelika Busch, Börsenverein des Deutschen Buchhandels,
Silke Graumann, Libri (Zwischenbuchhandel), Hamburg, zuständig für Niedersachsen;
Dirk Scholze, Unternehmensberater im Buchhandel (für Niedersachsen);
Boris Langendorf, Langendorfs Dienste, ein täglicher Mediendienst aus Hamburg und Auslober der monatlichen „Leuchtturmbuchhandlungen“.

Folgende Mitglieder der niedersächsischen Literaturkommission, haben den diesjährigen Verlagspreisträger ausgewählt:
Angelika Busch, Geschäftsführerin des Börsenvereins des Dt. Buchhandels,
Dr. Jörg W. Gronius, Schriftsteller;
Prof. Dr. Stephan Porombka, Professor für Kulturjournalismus und Literaturwissenschaften an der Universität Hildesheim,
Martina Sulner, Kulturredakteurin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Quelle:
Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur vom 10.10.2011