Börsenverein Niedersachsen/Bremen

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Monat: Juni 2019

Normale Kreditkarte oder Prepaid

Die Kreditkarte ist ein bequemes und weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen aller Art. Gerade im grenzüberschreitenden Onlinehandel oder im Urlaub kommen die Vorteile der Kreditkarte voll zur Geltung. Die Verbraucher können sicher und bargeldlos bezahlen und müssen sich nicht mit dem lästigen Währungstausch befassen.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Kreditkarten. Der Klassiker ist die Kreditkarte mit individuellem Kreditrahmen. Sie wird von den Banken nach Einholung einer Schufa-Auskunft und eingehender Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Interessen vergeben. Der Kreditrahmen richten sich nach dessen persönlichen finanziellen Leistungsfähigkeit und kann nicht einfach überzogen werden. Mit der traditionellen Kreditkarte kann der Kunde auf Kredit einkaufen gehen, die Umsätze werden erst viel später mit dem Girokonto verrechnet, so lange tritt die Bank kostenlos in Vorleistung. Die Tilgung erfolgt zumeist einmal im Monat durch automatischen Lastschrifteinzug vom Konto des Karteninhabers, auf Wunsch können die Umsätze in kleinen Raten abgestottert werden, wofür in der Regel Sollzinsen berechnet werden.

Im Gegensatz zu der normalen Kreditkarte einer Bank wie etwa der Mastercard Gold, können Kunden mit geringer Bonität im Gegensatz zu früher auch eine Kreditkarte bekommen. Mittlerweile stehen für sie Prepaid-Kreditkarten zur Verfügung, die sich in einigen Punkten von der klassischen Kreditkarte unterscheiden. Die Prepaid-Karte ist keine Kreditkarte im eigentlich Sinne, sie bietet dem Kunden keinen Kreditrahmen und muss vor der Nutzung mit Guthaben aufgeladen werden. Ein Belastung ist nur bis zur Höhe des Guthabens möglich. Dies hat den Vorteil, dass der Nutzer stets die volle Kostenkontrolle behält und nie Gefahr läuft sich unbemerkt zu verschulden.

Prepaid-Kreditkarten werden unabhängig von den finanziellen Verhältnissen des Interessenten vergeben, eine Schufa-Abfrage findet nicht statt. Aus diesem Grunde können auch Jugendliche ohne eigenes Einkommen von der Prepaid-Kreditkarte profitieren, sie benötigen lediglich die Einverständniserklärung der Eltern. Rein optisch unterscheidet sich die Kreditkarte auf Guthabenbasis kaum von der klassischen Version, lediglich an der fehlenden Hochprägung des Besitzernamens und einem kleinen Vermerk auf der Rückseite, lässt sich der Kartentyp erkennen.

Die passende Prepaid Kreditkarte findet der Interessent auf einer Vielzahl von Portalen im Internet über einen Rechner für Prepaid Kreditkarten. Hier muss lediglich der gewünschte Umsatz und das durchschnittliche Guthaben eingeben werden, und der Rechner ermittelt die besten Konditonen.

Bis auf den fehlenden Kreditrahmen steht die Prepaid-Karte einer „richtigen“ Kreditkarte in nichts nach. Sie wird weltweit als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert und kann ebenfalls zum Geld abheben am Geldautomaten eingesetzt werden.

SCHUFA und das Scoring – wozu eigentlich?

Die SCHUFA nutzt in ihrer Dienstleistung das Scoring-Verfahren an. Das bedeutet, dass anhand dieses Verfahrens die Wahrscheinlichkeit ermittelt werden soll, ob künftig ein Risiko bestünde, dass beispielsweise ein Kredit nicht abbezahlt wird. Somit ist Scoring ein hypothetisches Verfahren, um die Zukunft zum Kreditgeschäft vorher zu sagen.

Das Scoring-Verfahren an sich ist nicht neu, sondern wird auch in wissenschaftlichen Hochrechnungen verwendet. Im Fokus der SCHUFA steht allerdings der finanzielle Bereich und die Ermittlung, ob für die Kreditgeber ein Risiko zur Kreditgewährung besteht oder nicht. Wenn dies positiv beantwortet wird, erhalten die Vertragspartner einen entsprechenden Hinweis und Empfehlung, beispielsweise keinen Kredit-, Kauf-, Miet- oder Leasingvertrag mit dem Kunden abzuschließen. Nachstehend werden die wichtigsten Daten im Scoring aufgelistet, die die SCHUFA auswertet:

• Art und Anzahl der Kreditaktivitäten der Kunden
• Dauer und Nutzungszeitraum bezüglich Kreditgeschäfte der Kunden
• Mögliche Kreditausfälle

Die Partnerfirmen beziehungsweise Kunden der SCHUFA können Branchenscores erhalten. Diese sind nochmals auf die Branchen näher spezifiziert und angepasst. Zudem können individuelle Scores erhoben werden, um ihre Kunden noch besser einzuschätzen.